
Die Zukunft der Stromerzeugung
Die Zukunft der Stromerzeugung liegt sehr wahrscheinlich im Bereich der regenerativen Energien, bzw. im Bereich gespeicherter thermischer Energie, zu dem z.B. die Wasserkraft und Windenergie, sowie die Biomasse gehört. Biomassekraftwerke arbeiten ebenso CO2 neutral wie z.B. ein Wasserkraftwerk, was im Bereich der thermischen Energiegewinnung sehr wahrscheinlich zu den größten Errungenschaften zählt, da sich diese Kraftwerke auch nahezu standortunabhängig und zu jeder Tages- und Nachtzeit betreiben lassen. Abgesehen von der Wasser- und Windenergie, welche stark Witterungs- bzw. Jahreszeitabhänig sind, also nur bedingt zur Stromerzeugung herangezogen werden können, haben die derzeit geförderten Stromerzeugungsarten gegenüber den heute gebräuchlichen Produktionsarten einen erheblichen Nachteil: Der Stromerzeugungspreis liegt weitaus höher als bei den konventionellen Erzeugungsarten. Das absolute Ende der Fahnenstange hält die Photovoltaik, bei der jedes erzeugte kW/h mit satten 1,05 EUR (ca.) zu Buche schlägt und das auch nur dann, wenn der gewonnene Strom zu 100 % genutzt wird. Dem steht aber entgegen, daß der Strombedarf an einem schönen Sommertag denkbar gering ist, da man weder Licht noch Heizung braucht. Derzeit kostet eine einigermaßen ergiebige Anlage mit 2 kW Leistung satte 30.000 DM, und das nach Abzug von Förergeldern (Quelle: Stromthemen 7.99). Die Erzeugung mit o. g. Mitteln wird sich wohl erst dann rechnen, wenn die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen, und der Preis für diese steigt.
In diesem Zuge soll noch erwähnt sein, daß der liberalisierte Strommarkt nicht in jeder Hinsicht Vorteile hat. Die Verbraucher können sich heute aussuchen, woher sie ihren Strom beziehen. Unwahrscheinlich ist, daß sie sich in der Mehrheit für teueren Ökostrom entscheiden, zumal der Strom im Grunde bzw. Qualitativ auch völlig identisch zu dem günstigeren ist. Ein Stromanbieter, welcher zudem keinen günstigen Tarif für elektrische Speicherheizsysteme anbieten will oder kann, wird kaum konkurrenzfähig sein, da er dann durch die Verluste in den Schwachlastzeiten einen entsprechend ungünstigeren Wirkungsgrad seiner Kraftwerke erzielt. Einen Teil dieser Energie kann zwar in Wasserspeicherkraftwerken durch hochpumpen von Wasser in Speicherbecken zwischengelagert werden, was aber auch keine sonderliche Verbesserung des Wirkungsgrades bewirkt. Vom Schaden an den betroffenen Gebieten über Jahrzehnte hinaus ganz zu schweigen. Die entstehenden Mehrkosten werden andere Anbieter, welche ihre Anlagen 24 Stunden lohnend betreiben, bevorteilen. Auch ist eine schnelle Anpassung an den Stromverbrauch nicht, oder nur zu einem kleinen Prozentsatz möglich, da zu jedem Zeitpunkt ausreichend Energie zur Verfügung stehen muß. Außerdem brauchen große und damit kostengünstig arbeitende Kraftwerke Tage (!), um runtergefahren werden zu können. Diese Punkte werden dazu führen, daß alternative Energieanbieter mit Abneigungen gegenüber Elektroheizungssystemen im liberalen Strommarkt einen schweren Stand haben werden. Es sei denn, die Händler passen sich den Gegebenheiten und Chancen des Marktes an. Aber dazu müssen sie erkennen, daß sie Ihre Überkapazitäten in Schwachlastzeiten nur durch eine entsprechend sinnvolle Nutzung durch elektrische Speicherheizsysteme kompensieren können.